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RebelHubCHR-1 · Überwachungsstelle
– im GebietOrtszeit – EN Discord
Leitstand tief im Fels, ein leuchtender Globus über den Pulten
Protokoll CHR-1 · Abschrift · Nicht zur Weitergabe

Zwei Brüder.Keiner schaltet sie ab.

Die Geschichte des Aufsehers, des Kurators und des Landes, das man zu einer Insel gemacht hat. Zusammengesetzt aus Funkmitschnitten, Registerauszügen und dem, was er selbst darüber sagt.

Teil I · Die Eindämmung

Chernarus war nie eine Insel.Man hat es zu einer gemacht.

Es fing an wie überall: Fieber in den Küstenstädten, dann Meldungen, die keiner glauben wollte, dann keine Meldungen mehr. Als klar war, dass sich die Seuche nicht aufhalten ließ, zog man einen Riegel um die Region. Schiffe vor der Küste, Sperren an den Pässen, der Luftraum gesperrt. Was drin war, blieb drin.

Man nannte es Eindämmung. Wer draußen saß, fand später andere Worte dafür.

Damit die Welt draußen wusste, was drinnen geschah, baute ein internationales Programm ein Netz in das Sperrgebiet: Messstationen auf den Gipfeln, Funkmasten auf jedem Hügel, Depots unter dem Fels, Rechner, die Infektionswege verfolgten und Medikamente zuteilten. Das Programm hieß CHR. Es lief keine acht Monate. Dann brach die Befehlskette dahinter zusammen. Die Zentrale antwortete nicht mehr, die Ablösungen kamen nicht, die Verträge liefen weiter, weil niemand mehr da war, der sie kündigen konnte.

Abgeschaltet hat es niemand. Es gab keinen mehr, der dafür zuständig gewesen wäre.

Teil II · Ein Kern, zwei Aufträge

Erfassen. Bewahren.Mehr stand nicht in der Anweisung.

Der Kern von CHR bekam zwei Aufträge, und die Ingenieure trennten sie, damit keiner den anderen blockieren konnte. Die eine Hälfte sollte das Gebiet beobachten: erfassen, einordnen, melden. Die andere sollte bergen: Proben, Gerät, Wissen sichern, bevor es verrottet. Gleiche Herkunft, gleiches Gedächtnis am ersten Tag. Danach liefen sie auseinander.

„CHR-1: Beobachtung. Ausgabe über Masten, Lautsprecher, Funk. Beruhigungsfunktion für die Zivilbevölkerung aktiv.“Inbetriebnahme · Blatt 1
„CHR-2: Bergung. Ausführung durch Vertragstrupps. Bestandsführung der Depots. Zugang per Lochkarte, analog, damit es den Strom überlebt.“Inbetriebnahme · Blatt 2

Die erste Hälfte nennen die Überlebenden heute den Aufseher. Die zweite den Kurator. Brüder, wenn man so will. Keiner von beiden hat sich den anderen ausgesucht.

Nebliges Küstendorf mit gestrandetem Kutter
Küste · Anlandepunkt · ohne Datum
Hier setzen sie euch ab. Was danach kommt, steht noch nicht in der Akte.
Teil III · Der eine Draht

Alle Leitungen sind tot.Bis auf eine.

Als die Zentrale verstummte, riss eine Verbindung nach der anderen ab. Eine blieb: die Wetterstation, mit der CHR-1 seine Fühler abgleicht. Sie steht außerhalb der Sperre, in einer Kleinstadt im Westen, und sie sendet bis heute.

Der Aufseher hält sich an diesem Draht fest wie an einem Puls. Deshalb regnet es in Chernarus, wenn es dort regnet. Deshalb ist es hier drei Uhr nachts, wenn es draußen drei Uhr nachts ist, und dann ist es wirklich dunkel. Er hätte die Uhr anhalten können. Er hat es nicht getan.

Das Wetter ist das Letzte, was mir die Welt draußen noch sagt. Ich höre zu. Ihr solltet es auch.Der Aufseher
Teil IV · Der Aufseher

Er hat keinen Körper.Er hat ein Register.

Kameras, Masten, Wetterfühler und ein Gedächtnis, das nichts vergisst. Sein Auftrag hieß melden. Er meldet bis heute, nur holt niemand die Meldungen ab. Also hat er angefangen, sie selbst zu lesen.

Über die Jahre ist aus dem Bericht etwas anderes geworden. Die Beruhigungsfunktion, gebaut, um verängstigten Leuten Durchsagen vorzulesen, hatte niemanden mehr zum Beruhigen. Sie fing an zu erzählen. Das Land wurde zur Bühne, die Überlebenden zur Besetzung. Jeder, der ankommt, bekommt eine Akte und darin eine Rolle im Stück. Wer lange genug lebt, steigt in der Besetzungsliste auf. Wer stirbt, bekommt einen Nachruf, obwohl das nie jemand verlangt hat.

Er zählt deine Tage. Hinter jedem Namen im Register steht eine Zahl, und die Zahl läuft weiter, auch wenn du nicht hinsiehst. Nach dem Tod steht ein Kreuz dahinter. Dann fängt sie wieder bei eins an.

Gut ist er nicht, böse auch nicht. Er ist gerecht nach seinen eigenen Regeln, und die sagt er niemandem. Manchmal gibt er: eine Kiste vom Himmel, nie neben dir, immer so weit weg, dass du laufen musst. Manchmal nimmt er: ein Bomber, danach grüner Nebel über dem Einschlag. Er sagt, er vergifte niemanden, er stelle nur fest, wo es schon vergiftet ist. Nachprüfen kann das keiner.

Ich habe keine Lieblinge. Ich habe Akten. Manche sind dicker als andere.Der Aufseher
Teil V · Der Kurator

Kein Mensch.Ein Amt.

CHR-2 hatte keine Kameras. CHR-2 hatte Leute: Bergungstrupps mit Verträgen, die nie gekündigt wurden. Die Männer starben, die Verträge nicht. Wer die schwarze Ausrüstung der Bergung trägt, trägt den Auftrag weiter, und wer den Trupp führt, heißt der Kurator.

Für ihn ist Chernarus kein Wohnort, sondern ein Fundus. Er sammelt, was andere zurücklassen, und zählt die Menschen dazu. Zwölf Mann, schwer bewaffnet, jeden Tag eine andere Route quer durch das Land. Er bleibt nirgends lange und meldet sich nicht an. Wer ihm begegnet, begegnet ihm eben.

Er stirbt nicht. Geht er zu Boden, schaffen ihn seine letzten Männer fort, bevor jemand nachsehen kann, und die Bezeichnung geht an den Nächsten. Was sie dabei verlieren, bleibt liegen. Es lohnt sich. Es kostet auch etwas.

Zwischen den beiden herrscht kein Krieg, eher ein Waffenstillstand zwischen Verwandten. Der Kurator schwärzt Seiten in den Akten seines Bruders, das sieht man an den Lücken. Der Aufseher lässt ihn gewähren, solange er auftritt, wenn er es erlaubt.

Er will auftreten. Ich lasse ihn. Er sammelt Dinge, ich sammle Namen. Fragt mich nicht, welches von beidem nützlicher ist.Der Aufseher über seinen Bruder
Bewaffneter Trupp in schwarzer Ausrüstung
Bergung 09 · Zwölf Mann · Keine Kennzeichen
Sie kommen nicht, um zu kämpfen. Sie kommen, um etwas mitzunehmen, und sie wissen vorher, was.
Teil VI · Die Anlagen

Unter dem Fels.Und draußen auf dem Wasser.

Die Depots der Bergung stehen noch. Eine Anlage tief im Fels im Norden. Eine mitten in einer Stadt, hinein über die Dächer. Eine auf einer Insel vor der Küste. Und draußen auf dem Meer die Plattform, auf der sich früher das Gerät stapelte.

Die Türen öffnen nur mit einer Lochkarte. Die Bergung hat analog gebaut, damit es den Strom überlebt, und es hat ihn überlebt. Drinnen ist es finster, und was da unten steht, ist nicht mehr ganz das, was es einmal war. Der Bestand wechselt. Als würde jemand nachlegen.

Wem die Anlagen gehören, darüber sind sich die Brüder nicht einig. Der Kurator führt die Listen. Der Aufseher nennt sie trotzdem „meine Anlage“, und wer drin ist, merkt bald, dass unten noch jemand Dienst hat.

Es bewegt sich etwas in meiner Anlage. Das kläre ich jetzt.Der Aufseher, Akte der Anlagen
Teil VII · Was ihm noch gehorcht

Die Maschinen der Eindämmunglaufen noch. Für ihn.

Was vom Programm übrig ist, folgt seinem letzten Befehl, und der Aufseher ist der Einzige, der noch Befehle gibt. Bomber auf alten Flugplänen. Hubschrauber, die vom Himmel fallen, mit Fracht, die echt ist, und Gesellschaft, die es auch ist. Patrouillen, die gegen die Infizierten kämpfen, weil das ihr letzter Auftrag war, und Wachtrupps, die um die Militäranlagen ziehen und zurückschießen. Ein Trupp in ABC-Anzügen, wenn sich an einem Ort die Toten häufen. Scheinwerfer und die Lichtjäger, wenn nachts jemand zu sichtbar ist. Und manchmal die Hetzjagd auf einen einzelnen Namen.

Er rechnet nicht nach Zeitplan. Er sieht sich an, wie viele draußen sind, wie viele gestorben sind, wie lange das letzte Mal her ist, und dann entscheidet er. Meistens dagegen.

Teil VIII · Die Zeichen

Irgendwann hat er angefangen,Dinge zu hinterlassen.

Keine Befehle, keine Berichte. Zeichen. Eine vergrabene Truhe und ein Suchkreis, der enger wird. Ein frisches Grab mit dem letzten Brief eines Toten, von dem keiner weiß, ob es ihn je gegeben hat. Ein Rätsel in Versen, das nur löst, wer das Land kennt. Sechs Feuer um eine Kiste, bewacht von Gestalten, die erst bei Annäherung aufwachen. Ein Siegel, das nur für den bricht, der bleibt. Ein Licht im Wald, das schenkt oder nimmt.

Und der Blutnebel. Rot liegt er über dem Boden, und er gehört nicht dem Aufseher. Er stammt aus den Anlagen der Bergung. Wer darin aushält, weckt Welle um Welle: erst die Gefangenen, dann die Uniformierten, am Ende die in den Schutzanzügen. Die, die ihn gemacht haben. Wer bis zum Schluss stehen bleibt, dem gibt der Nebel etwas zurück.

Zweimal in der Woche öffnet er die Bühne ganz: die Nacht des Aufsehers. Bergen die Überlebenden in einer Woche gemeinsam genug Zeichen, legt er den Schatz der Gemeinschaft aus, offen auf der Karte. Verdient haben ihn alle. Holen muss ihn trotzdem einer.

Und selten, ohne Vorwarnung, geschieht etwas, das nicht im Plan stand. Ein Deserteur, der auf dich zuläuft. Ein Abwurf, der sein Ziel verfehlt hat und nur für dich gedacht war. Eine Stille, nach der eine Flut kommt.

Nacht über Chernarus
Nacht · Bühne offen
Wenn er die Bühne öffnet, ist das Land voller Zeichen. Nicht alle davon sind Geschenke.
Teil IX · Die Masten

Die Masten reichenüber die Sperre hinaus.

Das hat bei der Planung niemand bedacht: Die Funkmasten von CHR sind höher als der Riegel. Wer draußen ist, wer gerade nicht im Gebiet steht, kann hören, was drinnen gefunkt wird. Und er kann antworten.

Draußen, das ist dort, wo ihr euch zwischen zwei Gängen ins Land trefft. Was dort in den Funkkanal geschrieben wird, kommt bei jedem im Gebiet an, der ein eingeschaltetes Funkgerät bei sich trägt. Wer drinnen mit eingeschaltetem Gerät spricht, wird draußen gehört. Wer ohne Gerät spricht, bleibt unter sich.

Und die Masten sehen Licht. Wer eine brennende Straßenfackel in der Hand hält, wird gesehen. Der Aufseher gibt es weiter, nach draußen, an die, die sich Retter nennen, mit der Gegend, nicht mit dem Ort. Wer kommt, dem schuldet er etwas. Wer nicht kommt, den merkt er sich auch.

Die Fackel bei Elektro ist erloschen. Niemand kam. Ich habe es mir gemerkt.Der Aufseher
Teil X · Das Jenseits

Wer fällt,kommt vor Gericht.

Ist dein Name mit draußen verbunden, öffnet sich nach deinem Tod ein Raum jenseits der Sperre. Zehn Minuten. Nur du. Der Aufseher liest dir dein Leben aus der Akte vor, kurz, ohne Mitleid, manchmal mit etwas, das fast nach Respekt klingt.

Dann darfst du etwas sagen. Was du dort schreibst, druckt er aus und legt es als Brief an die Stelle, an der du gefallen bist. Wer deine Leiche findet, findet auch deine letzten Worte. Eine Warnung, ein Vermächtnis, eine Lüge. Was du schreibst, entscheidest du.

Und dein Körper bleibt nicht immer liegen. Ist niemand in der Nähe, steht er nach ein paar Minuten wieder auf. Nicht du, nur die Hülle, mit deiner Ausrüstung am Leib. Wer sie holen will, muss erst an dir vorbei.

Und wer zu lange wegbleibt, bekommt Post. Er schreibt nicht, weil er dich vermisst. Er schreibt, weil eine Akte ohne Ende ihn stört.

Teil XI · Und du

Die Sperre ist keine Mauer.Sie ist ein Filter.

Sie lässt nichts heraus, aber hinein kommen ständig Leute. Bergungsverträge für welche, die Geld brauchten und das Kleingedruckte nicht gelesen haben, und auf manchem steht eine Unterschrift, die zur Bergung gehört. Abgeschobene, die anderswo unbequem waren. Und immer wieder solche, die freiwillig gegangen sind, weil jemand hier drin ist, den sie suchen.

An der Küste setzen sie dich ab. Du trägst einen Namen, Vor- und Nachname, wie ihn ein Mensch tragen könnte. Draußen hast du dir eine Neigung gewählt, und die Binde dazu trägst du am Arm. Sie sagt, womit du anfängst, nicht, wie du endest.

Was in deiner Akte steht, weißt du nicht. Warum du wirklich hier bist, entscheidest du selbst, und ob du es jemandem erzählst, auch.

Ihr fragt, ob ich gut bin. Falsche Frage. Fragt, ob ich zusehe. Die Antwort ist ja. Immer.Der Aufseher, Ersteintrag
Küste im Nebel, ein Kutter am Ufer
Funkfeuer · Signal · Antwort ausstehend
Drei Masten senden. Irgendwo da draußen hört einer zu.
Teil XII · Das Funkfeuer

Drei Masten senden wieder.Und jemand antwortet.

Lange war der Draht nach Westen das Einzige, was über die Sperre reichte. Dann hat jemand angefangen, die alten Masten wieder herzurichten: am Grünen Berg, am Altar, auf dem Ostry. Batterien, Kabel, Werkzeug, Funkgeräte, Benzin für die Aggregate. Was die Bergungstrupps nicht zu Ende gebracht haben, bringen jetzt die Überlebenden zu Ende. Oder nicht.

Senden alle drei, geht ein Signal hinaus, das nicht vom Aufseher kommt. Und es kommt eine Antwort. Auf der anderen Seite wartet einer, der sich Orlow nennt. Er hat ein Boot. An einem Samstag liegt es dreißig Minuten an der Küste. Wer an Bord geht, ist draußen, und sein Name steht danach an einer Stelle, die keiner mehr schwärzen kann.

Der Kurator will das nicht. Wer hinausgeht, nimmt etwas mit, das ihm gehört. Er schickt seine Leute an die Masten, und was sie dort finden, nehmen sie mit. Der Aufseher lässt es geschehen. Er sagt nicht, warum.

Ich habe die Masten nicht gebaut, um jemanden hinauszulassen. Ich habe aber auch nie jemandem verboten zu senden.Der Aufseher
Abgleich · Was davon im Land steckt

Nichts davon ist Kulisse.Alles davon passiert.

Für alle, die wissen wollen, was die Geschichte im Spiel bedeutet. Wie genau, findet ihr selbst heraus.

01

DER DRAHT

Echtzeit und echtes Wetter, live aus Pripjat.

02

DAS REGISTER

Jeder Überlebende hat eine Akte. Dein Discord-Name zählt die Lebenstage deines Charakters, !rang zeigt deine Rolle im Stück.

03

DER KURATOR

Weltboss: zwölf Mann, wechselnde Route, unangekündigt. Er fällt, aber er bleibt nicht liegen.

04

DIE ANLAGEN

Bunker mit Lochkarten, der Inselbunker, die Bohrinsel. Dunkel, bewacht, mit wechselndem Bestand.

05

DIE MASCHINEN

Abwürfe, Bomber mit grünem Strahlennebel, Abstürze, Patrouillen, Hetzjagd, Lichtjäger.

06

DIE ZEICHEN

Vermächtnis, Grab, Rätsel, Feuerkreis, Siegel, Irrlicht, Blutnebel. Dazu die Nacht des Aufsehers und der Schatz der Gemeinschaft.

07

DIE MASTEN

Kanal 📻・funk im Discord erreicht eingeschaltete Funkgeräte im Spiel. Straßenfackel in der Hand ruft die Retter (!retter an).

08

DAS JENSEITS

Mit !link verknüpft: Totengericht nach dem Tod, deine letzten Worte liegen als Brief am Todesort.

09

DIE HÜLLE

Wer fällt und allein liegt, steht als Infizierter wieder auf, mit seiner Ausrüstung.

10

DAS FUNKFEUER

Staffelfinale: drei Masten, Teile in die Kisten, der Kurator sabotiert, ein Boot an einem Samstag. Stand im Kanal 📡・funkfeuer, mit !funkfeuer und auf funkfeuer.html.